Dienstag, 12. Dezember 2017

Unser Michelberg

Ernst Lauermann signiert das Buch
Dr. Ernst Lauermann und Dr. Mag. Volker Lindinger gestalteten einen Vortragsabend zum Thema „Der Michelberg und seine Kirchen, abschließende historisch-archäologische Analyse“. Dazu wurde auch ein Buch von den beiden herausgegeben, das in 600 Seiten ausführlich über das Resultat der Untersuchungen berichtet.

Im Vortrag wurde über die  Bauphasen berichtet, die mit einer nur
Volker Lindinger
vermuteten Holzkirche aus dem 10 Jhdt. beginnen, dann mit einer romanischen Steinkirche, einer frühneuzeitlichen Steinkirche, einer großen barocken Kirche mit 35 m Länge bis zur heutigen im 19. Jhdt. errichteten Kapelle reichen. Im letzten Jahrhundert wurde dann viel Substanz durch die Errichtung einer Funkleitstelle - einer Teststation mit gewaltigen Ausmaßen der Antennen - im 2. Weltkrieg zerstört. Die frühneuzeitliche Kirche zog durch ein weinendes Madonnenbild bis zu 3000 Pilger pro Tag (!) an, was wahrscheinlich auch der Grund für den Bau einer so großen barocken Kirche war. Durch die Reformen Joseph II verlor das Pilgern schnell an Bedeutung, nach nur 40 Jahren wurde die Kirche wieder abgerissen und in Haselbach im Ort am Fuße des Berges neu erbaut. Fast neuzeitige Verhältnisse, sagte Ernst Lauermann lächelnd.

3D-Rekonstruktionen von Kirchen
An Hand vieler Bilder von Fundgegenständen und ausgegrabenen Resten von Mauern und Böden konnte sich auch ein blutiger Laie vorstellen, wie Archeologie funktioniert. Interessant war auch, dass auch aus den eher späten Phasen kaum Aufzeichnungen existieren, die z.B. beschreiben, wie diese Pilgerströme bewältigt wurden. Auch zur  Deutung der vielen Kleinkindergräber (über 200) gibt fast keine Urkunden.

Wenn Sie das Buch z.B. signiert erwerben wollen, kontaktieren Sie bitte Ernst Lauermann.

Pfarrer Markus Beranek freute sich, weil die gespendeten Eintritte der Renovierungskassa des P2 zu Gute kommen.

Einige Fotos vom Vortrag gibt es hier.

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