Montag, 25. Dezember 2017

Predigt am Christtag

Hier die kurze Predigt von Pfarrer Markus Beranek am Christtag 2017 zum Nachlesen.

Mit Lust und Last des Lebens zur Krippe kommen

Eigentlich haben wir das Weihnachtsevangelium gerade jetzt gehört. Die Hirten, diese etwas eigenbrötlerischen Gestalten draußen vor der Stadt, haben sich also in Bewegung bringen lassen. Vielleicht etwas mürrisch die einen, oder müde, oder doch auch wirklich neugierig. Die vielen Hirtenlieder und Hirtengeschichten haben genau diese Szenen mit unendlich viel Phantasie ausgestaltet. Deshalb lade ich sie, dass auch wir, dass auch sie sich auf den Weg zur Krippe machen. Nehmen wir als Geschenk all das mit, wo wir schon in Weihnachtstimmung gekommen sind. Und noch besser aber vielleicht auch schwieriger: nehmen wir als Geschenk all das mit, wo wir so gar nicht in Weihnachtsstimmung sind – die eigene Einsamkeit, den lieben Menschen, der gestorben ist, der Streit in der Familie, die Sorge um Kinder und Enkelkinder etc..
Wir können den Kern und die Botschaft dieser alten biblischen Geschichten entdecken, indem wir sie mit unserer eigenen Phantasie erleben. Indem wir uns einreihen in die Schar der Hirten. Indem wir mit Last und Lust unseres Lebens ebenso zur Krippe kommen. Setzen sie sich zur Krippe und schauen sie, staunen sie, weinen sie – und lassen sie sich berühren von dem kleinen Kind von dem der Titusbrief sagt „die Güte und Menschenliebe Gottes ist erschienen“. Wenn wir jetzt dann Brot und Wein am Altar bereiten ist das auch ein geistlicher Gang zur Krippe, weil wir in die Hostienschale unsere Mühsal, unser Leid und unsere Freude und Dankbarkeit hineinlegen können.
„Jesus, ich bring dir das, was mein Leben ausmacht – mehr habe ich nicht zu bieten.“ Und mehr braucht es auch nicht.
Denn genau deshalb feiern wir Weihnachten, damit in unserem Weinen und in unserem Lachen das Licht des Stalles sichtbar wird mit dem Gott uns in unserem Leben trösten und mit Freude erfüllen will.

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