Sonntag, 23. Juli 2017

Von den Gefahren des vorschnellen Urteils

Der heutige Sonntagsgottesdienst hatte einen Evangeliumtext, der viel Anlass zum Nachdenken bot:

In jener Zeit erzählte Jesus der Menge das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Mann, der guten Samen auf seinen Acker säte. Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut unter den Weizen und ging wieder weg.
Als die Saat aufging und sich die Ähren bildeten, kam auch das Unkraut zum Vorschein. Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?
Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen? Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus.
Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.

Pastoralassistent Geri Braunsteiner teilte seine Gedanken mit den Kirchenbesucherinnen und Kirchenbesuchern in seiner Predigt.
In der Welt der social media ist es besonders beliebt, sofort einen Meinung über alles und jedes zu haben, zu wissen, was richtig und was falsch ist und das "Falsche" ohne Grenzen zu "vernichten". Wahrscheinlich war es auch vor den social media so, aber man konnte es halt nicht so in aller Beschaulichkeit in seiner Echokammer nachlesen. Das Evangelium führt uns in diesem Gleichnis vor Augen, dass es sicherlich besser ist, auf das schnelle Urteil zu verzichten, und noch etwas Geduld zu haben und zu schauen, ob nicht auch das vermeintlich Schlechte eigentlich am Ende etwas Gutes ist.

Gelernt haben wir aus der Predigt auch was anderes. Das Unkraut der Bibel war wahrscheinlich der Lolch, auch Weidelgras genannt. Wikipedia weiß darüber alles.

Bild: Geri Braunsteiner von G. Braunsteiner.

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